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GOLDNER – eine Geschichte mit Tradition

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Wir feiern Jubiläum: 100 Jahre GOLDNER, das sind 100 Jahre Zeitgeschichte: Sie erzählt von Mut, Visionen und starken Persönlichkeiten. Kommen Sie mit auf eine kleine Reise in die Vergangenheit und erfahren Sie mehr über die Wurzeln und Werte von GOLDNER – wo Qualität groß geschrieben wird und die perfekte Passform das Maß aller Dinge ist.

Am Anfang steht eine starke Frau

Die Brüder Heinrich und Christian Wirth gründen am 1. Juni 1926 im oberfränkischen Münchberg einen Versandhandel für Wäsche und Stoffe. Doch ohne ihre Mutter Margarethe wäre es wahrscheinlich nie dazu gekommen.

Mit nur 37 Jahren verliert sie durch einen tragischen Unfall ihren Mann und steht fortan allein vor der Aufgabe, vier Kinder zu versorgen und zu erziehen. Mit unternehmerischem Weitblick eröffnet sie 1924 ein Kurzwarengeschäft in der Lindenstraße 12 in Münchberg – und schafft damit nicht nur die finanzielle Grundlage für ihre Familie, sondern auch den Nährboden für etwas Größeres: In eben diesen Räumlichkeiten entsteht ein Versandhandel für Wäsche, der den Grundstein für GOLDNER legt.

Der älteste noch erhaltene Katalog

Kurz nach der Gründung versenden die Gebrüder Wirth bereits ihre ersten Kataloge. Damals noch im handlichen Kleinformat, aber bereits mit einer Übersicht der bestellbaren Waren, hilfreichen Pflegetipps und einer kundennahen Beratung. Der Anspruch, hohe Qualität zu moderaten Preisen zu bieten, zeigt sich im Slogan „Wirth-Waren … Wert-Waren!“

Mehr als Wäsche

In den Anfangsjahren befindet sich der Versandhandel noch im Gebäude in der Lindenstraße. Doch schnell wird klar, dass expandiert werden muss. Aus einer Zwangsversteigerung erwerben die beiden Brüder eine Weberei in Münchberg.

1933 wird neben der Weberei ein Verwaltungsgebäude errichtet. Dank der Kundenkartei eines insolventen Geschäftspartners kann sich das Unternehmen schnell weiterentwickeln. Von 1929 bis 1932 erweitern die Gebr. Wirth ihr Sortiment Stück für Stück um Porzellan, Teppiche und Heimtextilien. Das Hauptaugenmerk bleibt jedoch weiterhin auf Wäsche und Stoffen.

1940 stirbt Margarethe – mit ihrem Geschäftsverständnis und ihrem Fleiß hat sie den Grundstein für den Erfolg ihrer Söhne gelegt. Eine echte Powerfrau!

Der Weg zur Konfektion

Der Zweite Weltkrieg verändert ganz Europa – und auch bei Gebr. Wirth zeigt sich ein tiefgreifender, struktureller Wandel. Aus den Gewinnen des Unternehmens erwerben die beiden Brüder eine Filzfabrik in Fulda. Christian übernimmt deren Führung, während Heinrich den Versandhandel weiter vorantreibt, der nun unter dem Namen Wirth firmiert. Es entsteht eine räumliche Trennung, doch die Brüder und die beiden Geschäfte bleiben miteinander verbunden.

Mit dem Aufkommen der Fertigkonfektion entwickelt sich Wirth vom Wäsche- und Stoffhändler zum Versandhaus für anziehfertige Oberbekleidung.

Tradition trifft Technik

Am 19. Dezember 1961 erhält Klaus Wirth, der Sohn Heinrichs, einen Anruf von seinem Vater. Zu diesem Zeitpunkt ist er 26 Jahre alt. Er hat ein abgeschlossenes Studium als Diplomkaufmann und ist auf dem Weg zur Promotion. Wegen einer schweren Erkrankung des Vaters muss er jedoch unerwartet und ohne weitere Verzögerung die Leitung des Familienunternehmens übernehmen – ohne praktische Erfahrung.

Auch seine Frau Sibille tritt ins Geschäft ein, bevor sie sich einige Jahre der Kindererziehung widmet. Gemeinsam treiben sie die Modernisierung voran. Bereits Anfang der 1960er-Jahre zieht der erste Computer in die Firma ein – eine vorausschauende Entscheidung.

Die Geburtsstunde von Atelier Goldner Schnitt

Der zunehmende Wettbewerb im Versandhandel führt zu Umsatzrückgängen. Es wird deutlich: Wer bestehen will, muss sich neu positionieren. Der in der Branche hochgeschätzte Berater Alfred Gerardi bringt führende Versandhändler in Ettlingen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam neue Wege zu denken. Für Klaus Wirth ist dieses Treffen ein Schlüsselmoment: Er erkennt, dass sich Wirth stärker spezialisieren muss – und entwickelt die Idee eines zweiten Standbeins: eine Marke für Mode in Spezialgrößen, von Kurz- bis Großgröße, für Frauen ab 50.

Unter dem Namen Atelier Goldner Schnitt erscheinen ab 1970 eigene Kataloge mit einem sorgfältig ausgewählten Sortiment. Ein besonderes Detail: Jeder Katalog ist mit handgeschnittenen Stoffmustern versehen – ein in der Branche, aber auch weltweit einzigartiges Vorgehen. Mode zum Anfassen.

Tradition mit Frauen-Power

Atelier Goldner Schnitt setzt von Anfang an auf persönliche Nähe. Neben den Stoffmustern gehört auch individuelle Beratung zum Konzept.

Zunächst übernimmt diese Aufgabe Klaus Wirths Mutter Ruth. Ab 1973 bringt sich Sibille Wirth nach ihrer Familienphase wieder aktiv ins Unternehmen ein. Mit ihrem ausgeprägten Gespür für Mode prägt sie die Kollektionen maßgeblich.

Ein echter Passformspezialist

Wirth feiert sein 50-jähriges Firmenjubiläum. Nach dem Tod seines Vaters 1975 wird Klaus Wirth alleiniger Geschäftsführer. Er legt den Fokus konsequent auf Passformkompetenz. Ende der 70er Jahre erfolgt die Umbenennung von Wirth in Atelier Goldner Schnitt. Das breite Größenspektrum und die figurschmeichelnden Schnitte machen AGS zu einem der führenden Spezialversender in ganz Deutschland.

AGS erobert Europa

Bereits zu Beginn der 70er Jahre expandiert Atelier Goldner Schnitt, zunächst in die Schweiz. Innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte folgen weitere Nachbarländer wie Österreich, Niederlande, Frankreich und Belgien. Später kommt Finnland hinzu. AGS etabliert sich europaweit als Passformspezialist.

AGS schnuppert Ladenluft

Das bisher reine Versandunternehmen eröffnet einen Fabrikverkauf in Münchberg. Hier werden aktuelle Kollektionen präsentiert und fachkundige Verkäuferinnen beraten die Kundinnen persönlich. Zeitweise werden Modenschauen und Bustouren mit Sektempfang organisiert.

Modeberatung von Frau zu Frau

1992 wird Sibille Wirth ganz offiziell das Gesicht der Marke. Sie ist weit mehr als nur Repräsentantin: In den Katalogen gibt sie Passformberatungen und Styling-Tipps, verantwortet mit dem Kreativteam die Kollektionen und bringt ihre langjährige, operative Erfahrung ein.

Ihre Nähe zu den Kundinnen zeigt sich auch in ihrem persönlichen Engagement. 2020 veröffentlicht sie nach Ausbruch der Corona-Pandemie das Buch „Wir lassen uns nicht unterkriegen!“, eine Sammlung von Geschichten und Eindrücken aus ihrem Werdegang und den Erlebnissen vieler Kundinnen.

Unternehmen mit Herz

„Menschen machen aus einem Unternehmen eine Familie“ – dieser Leitsatz prägt Klaus Wirth ein Berufsleben lang. Als er sich 2001 vom Tagesgeschäft zurückzieht, zählt AGS zu den größten Arbeitgebern der Region. Tradition und Familie sind für ihn wichtige Werte, die auch weiterhin in das Unternehmen einfließen. Ein enges, freundschaftliches Verhältnis zu Mitarbeitenden und Kundinnen ist tief in seinen Wurzeln verankert.

Der Schritt ins Onlinegeschäft

Mit der Digitalisierung steht auch AGS vor einem grundlegenden Wandel. 2006 geht das Unternehmen mit einem eigenen Webshop online – doch die Stammkundin ist kaum onlineaffin.

Dabei zeigt sich ein generationeller Bruch: Die 70-Jährige der Vorkriegsgeneration bestellt nur zu 26 % online, ihre Nachkriegs-Altersgenossin zu 60 %. Dieselbe Altersgruppe, zwei völlig verschiedene Welten.

Diese Entwicklung besiegelt das Ende der Stoffmusterkataloge. Was für die Vorkriegskundin echten Mehrwert darstellte, ist für die Nachkriegskundin schlicht Werbung. Die sinkende Rücklaufquote zeigt – das Konzept ist nicht mehr rentabel. AGS richtet sich neu aus und investiert in einem langen kostenintensiven Prozess in die Digitalisierung. Schritt für Schritt wachsen Print und Online zusammen.

Frische Impulse für AGS

Seit 2015 führen Marcus Anton und Frank Brünnler das Unternehmen. Mit einer neuen Perspektive von außen entwickeln sie Atelier Goldner Schnitt konsequent weiter und schärfen das Markenprofil – stets mit Blick auf die gewachsenen Werte. Klaus Wirth bleibt AGS als Gesellschafter und Berater auch im hohen Alter verbunden.

Neue digitale Welten

2018 steht im Zeichen des Umbruchs. Atelier Goldner Schnitt versendet seinen letzten Katalog mit Stoffmustern. Produktion und Logistik sind zu aufwändig geworden. Gleichzeitig startet das Unternehmen seine erste Social Media Kampagne. Die Kundin findet ab diesem Zeitpunkt neue Kollektionen, Angebote und Wissenswertes rund um das Thema Mode bei Instagram, Facebook und Pinterest.

Im frischen Look

Der Mut zur Modernisierung zeigt sich auch im neuen Auftritt. Aus Atelier Goldner Schnitt wird atelier GOLDNER – kurz, prägnant, international!

Ein modischer Neubeginn mit Madeleine

Seit dem ersten Stoffmusterkatalog hat sich Atelier Goldner Schnitt stetig weiterentwickelt. Nicht nur technisch ist das Familienunternehmen am Puls der Zeit geblieben, auch die Marke selbst hat sich den neuen Herausforderungen angepasst und tritt ab 2024 unter dem Namen atelier GOLDNER auf.

Mit der Übernahme des Modelabels Madeleine erweitert das Unternehmen seine Markenwelt – und gibt einem erfahrenen Team von 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine neue Heimat.

100 Jahre Firmengeschichte

Heute heißen wir nur noch GOLDNER und blicken auf eine lange und bewegte Unternehmensgeschichte zurück. Aus Margarethe Wirths Kurzwarengeschäft in Münchberg ist eine international etablierte Modemarke geworden. Der persönliche Austausch liegt in unserer DNA und bleibt weiterhin fester Bestandteil der Marke.

Dafür sorgen unsere Designerinnen Nada Markovic und Stefie Rickert. Voller Leidenschaft und einem feinen Gespür für die Bedürfnisse unserer Kundinnen entwerfen sie neue Kollektionen, die zum Lebensalltag passen und dabei das Besondere nicht zu kurz kommen lassen. Wie bereits Margarethe und Sibille stehen sie für unser Motto: Mode von Frauen für Frauen.

Genau mein Stil: Die neue Kollektion Frühjahr/Sommer 2026